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  • Karin

#46 Wie chan ich Entscheidige träffe mit dr Intuition und em Verstand?



Für mich ein sehr aktuelles Thema, vielleicht bei dir auch? Bestimmt kennst du es, wenn du eine Entscheidung treffen solltest, Etwas in dir sagt ganz klar Nein, aber irgendwas in dir, treibt dich in die andere Richtung. Kennst du das? Nun, heute wollen wir herausfinden, welche Denkweisen wir haben, was denn der Unterschied ist zwischen den verschiedenen Systemen und wie es dir vielleicht gelingen kann, die Beiden zu unterscheiden.


System 1 & 2

Der Psychologe Daniel Kahneman von der Princeton University hat 2002 den Wirtschaftsnobelpreis für seine Forschungen zur Entscheidungsfindung bekommen. Er postuliert, dass wir zwei Denksysteme besitzen: System 1, das schnelle Denken, funktioniert rasch und intuitiv und ermöglicht uns auf diese Weise, in Situationen unter Zeitdruck zügig eine Entscheidung zu treffen. Es ist vor allem bei Menschen fehleranfällig, die auf dem jeweiligen Gebiet der Entscheidung wenig Erfahrung haben. Deshalb haben wir noch das System 2, das langsame Denken. Es arbeitet gezielt und verstandesmäßig, braucht aber deshalb auch deutlich mehr Zeit. Kahneman glaubt, dass System 2, von der Ratio beherrscht, deutlich weniger zu Fehlern neigt. Diese Annahme ist relativ umstritten, gibt es doch einige Wissenschaftler und Forscher die sagen, dass es keine ganz klare Trennung gibt.


"Intuition" und "Verstand"

Ich persönlich sehe das auch so. Ich glaube, die beiden sogenannten Systeme arbeiten zusammen, und doch glaube ich, dass bei jedem die Tendenz zum einen System anders ausgeprägter ist. Manche haben sich stark angeeignet, nur auf rationeller Ebene Entscheidungen zu treffen, andere funktionieren besser, wenn sie auf intuitiver Ebene entscheiden. Ich persönlich nenne das System 1, das schnelle intuitive Denken die Intuition, das System 2, das langsame Denken den Verstand. Natürlich kannst du die Beiden so benennen wie du möchtest, sei es das Bauchgefühl, die Intuition, dein Verstand oder dein Ego.


Unterbewusstsein & Bewusstsein

Nun, fangen wir aber vorne an: In jeder Sekunde werden über unsere fünf Sinne, also Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und Schmecken, unserem Gehirn Informationen im Umfang von ca. 11 Millionen Bits gemeldet. Der Thalamus ist der Ort, an dem diese Sinneseindrücke von außen ankommen, um sortiert und gesiebt dann in unser Inneres vorzudringen. Da hat unser Thalamus vor allem eine Aufgabe: aussieben. Also alles was ausgesiebt wird, bleibt unbewusst, alles was durch den Filter dringt, wird bewusst. Am Tor zum Gehirn steht also ein sehr strenger Türsteher, der maximal 2 Prozent aller dieser Informationen ins Bewusstsein durchlässt. Der Thalamus nennen wir deshalb also auch das „Tor zum Bewusstsein“.


Der Grund für diese starke Filterung an Informationen ist ganz einfach ein Schutzmechanismus in unserem Gehirn. Die vollständige Verarbeitung aller dieser Eindrücke würde nämlich definitiv zu einer Überbelastung führen. Der Hauptteil der Informationen wird aber in unserem Unterbewusstsein gespeichert. Wie die Ergebnisse der modernen Hypnoseforschung eindeutig belegen, gibt es kein Vergessen. D.h. alle Wahrnehmungen, Bilder, Gedanken und Lerninhalte sind in perfekter Weise in unserem Unterbewusstsein abgespeichert. Doch das bedeutet leider noch nicht, dass auch alle Informationen abgerufen werden können. Man kann sich also, um eine bildhafte Sprache zu verwenden, das Unterbewusstsein als eine Art riesige dunkle Bibliothek vorstellen. In dieser Bibliothek sind sämtliche Informationen vorhanden, die mit unserer verknüpft ist. Das Bewusstsein wirkt hierbei wie eine Taschenlampe, die es uns erlaubt, auf Teile der Information in dieser Bibliothek zuzugreifen.


Bewusstsein

Das Bewusstsein arbeitet bewusst und explizit steuernd, wie ein Pilot. Dabei verarbeitet es mit etwa 40 Bits einen verschwindend geringen Teil der Informationen aus dem Unterbewusstsein, unter einem Prozent. Das entspricht etwa einem Satz oder 5 Zahlen. Mit diesen Informationen machen wir das, was man vereinfacht gesagt „nachdenken“ nennen kann: Kosten-Nutzen-Analysen, Vergleiche, Prognosen, Pläne. Der Mensch und seine Handlungen sind nun aber nur zu 5% durch das Bewusstsein gesteuert, kannst du dir das vorstellen?


Unterbewusstsein

Nun das Unterbewusstsein hingegen verarbeitet pro Sekunde über 11 Millionen Bits an Informationen, die ihm durch die 5 Sinne zugetragen werden. Weil der Mensch ein „Augentier“ ist, macht der Sehnerv mit 10 Millionen Bits die überwältigende Mehrheit dieses Datenfutters aus, von der Haut kommen noch einmal 1 Million Bits, die Restmenge ist vergleichsweise gering.

Wie du bestimmt schon gelesen hast, ist der Mensch nur 5% durch das Bewusstsein gesteuert. Die restlichen 95% ist der Mensch mit seinen Handlungen durch das Unterbewusstsein gesteuert. Genau gesagt, treffen wir 9 von 10 Entscheidungen unbewusst, vor allem dann, wenn wir unter Zeitdruck sind. Das Unterbewusstsein arbeitet nach eigenen Prinzipien und reagiert aufgrund von Gedanken, bisherige Erfahrungen und Vorstellungen. Alles was du bis jetzt erlebt hast, ist da abgespeichert, selbst wenn du dich bewusst nicht mehr daran erinnern kannst.


Unser Unterbewusstsein verbindet also auch Informationen miteinander. Und warum ist das so? Es geht darum, das Gehirn zu entlasten. Da dieses viel langsamer funktioniert und weniger Kapazität hat, und viel mehr Energie benötigt, übernimmt das Unterbewusstsein so viele Abläufe wie nur möglich, um das Gehirn zu entlasten. Das Bewusstsein frisst nämlich 80% der Energie die das Gehirn zugeschrieben bekommt, nur 20% bleiben dem Unterbewusstsein.


Daneben steuert das Unterbewusstsein auch so viele Vorgänge in unserem Körper, fast der ganze Organismus funktioniert ganz ohne deinen menschlichen Eingriff. Absolut faszinierend.


Der Verstand

Unser Verstand ist Teil des Bewusstseins. Eigentlich sorgt der Verstand in uns für Ordnung, Struktur, planvolles Handeln und Vorsorge. Er liebt Listen, Pläne, Diagramme und möchte alles in Schubladen sortieren – und was nicht rein passt, wird passend gemacht.

Der Verstand ist ein Meister im Erklären von Dingen, leider auch von solchen, von denen er keine Ahnung hat. Auch er hat Bereiche übernommen, für die er nicht gemacht wurde. Er ist eben ein guter Buchhalter, kann uns aber nicht die Welt des Geistes zeigen. Gerade wenn es um spirituelle Themen geht, kommt der Verstand an seine Grenze. Er rettet sich aus diesem Unvermögen mit Abwehr: “Was ich nicht sehe, existiert auch nicht. Basta!” Nur was messbar, wissenschaftlich nachweisbar und greifbar ist, hat für den Verstand eine Daseinsberechtigung. Wenn er etwas überhaupt nicht versteht, geht er der Sache lieber aus dem Weg oder versucht sie lächerlich zu machen.


Von diesen Begrenzungen einmal abgesehen, ist der Verstand ein Arbeitstier und er liebt (so wie das Ego) das Komplizierte. Je komplizierter er etwas machen kann, umso größer und stärker wird er. Wenn etwas zu einfach ist, fühlt der Verstand sich unterfordert. Schließlich möchte er gut dastehen und sieht sich bestätigt, wenn er das, was er verkompliziert hat, hinterher erklären kann.


Der Verstand lässt sich trainieren

Wenn man den Verstand nicht im Zaum hält, ist er ständig online. Du weißt, wovon ich rede: Ohne Unterlass plappern die Gedanken in unserem Kopf. Keine ruhige Minute, keine Stille bleibt. Die Folge: große Erschöpfung.

Der Verstand denkt auch gern über vergangenen Erfahrungen und zukünftige Möglichkeiten nach. Selten ist unser Denken ausschließlich in der Gegenwart.


Wir können lernen, an nichts zu denken. Damit gönnen wir dem Verstand eine Pause, so dass er sich erholen kann. Mir persönlich hat da am Besten die Meditation geholfen, tägliche Übungen, wenn auch nur 5 Minuten um den Verstand zu trainieren. Diese Ruhepausen dienen nicht nur der Erholung. Ein Verstand, der gelernt hat zu schweigen, macht Platz für die Impulse der Intuition, nur so kann sie zu Wort kommen.

Nun geht es aber um die ideale Nutzung der Beiden. Schon Einstein stellte fest: „Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Verstand ein treuer Diener." Nun was sind denn die Eigenschaften des rationellen Verstandes und des intuitiven Geistes? Und wie erkennen wir, wer gerade zu uns spricht?


Die Intuition

Wörtlich aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet Intuition eigentlich „Nach innen schauen“. Die Intuition ist die Stimme des Unterbewusstseins, sie ist also Teil des Unterbewusstseins. Die Intuition besitzt auch eine gewisse Plötzlichkeit, sie tritt sozusagen ohne Vorwarnung und sehr überraschend auf. Sie verleiht uns ein Gefühl von Gewissheit. Intuition stammt aus dem Unbewussten: wenn wir eine solche Eingebung haben, geschieht das nicht bewusst und wir wissen nicht, wo dieses Bauchgefühl herkommt. Bestimmt kennst auch du Situationen, wo du nach deiner Intuition gehandelt hast. Besonders Mütter spüren oft intuitiv was ihr Kind gerade braucht. Bei mir, ohne Kinder, zeigt sie sich in einer feinen Stimme oder einem Gefühl oder einer Vorahnung. Ihre Wahl ist oft nicht rationell erklärbar, so oft weiss ich nicht, warum die Intuition diesen Weg oder dieses Menu wählt oder ausgerechnet diese Person nicht mag, es ist nicht erklärbar, und dennoch stimmt es. Deine Intuition wird zum größten Teil aus unbewussten Sinneseindrücken, Erinnerungen und Empfindungen gebildet. Die Intuition ist also ein wunderbarer Wegweiser. Besonders gut funktionieren die geheimen Antennen, wenn es um subtile Signale der Mimik geht, denn kaum etwas kann der Mensch so gut wie das Lesen in Gesichtern. Dafür befindet sich im Gehirn ein eigenes Areal, das damit beschäftigt ist, bekannte Züge in Gesichtern aufzuspüren. Während der Verstand mit den Worten beschäftigt ist, befasst sich das Unterbewusstsein lieber mit den winzigen Aussagen der Bewegungen von Stirn, Mund- und Augenwinkeln, die so viel mehr sagten als Worte.


Und wie weiss ich denn, wer jetzt gerade spricht?

Der Stimme des Verstandes zeigt sich wie gesagt eher wild, dominant, geschwätzig und wuselig. Während die Stimme der Intuition eher fein, wortkarger und deutlicher im wörtlichen Ausdruck ist. Sie scheint auch aus dem tiefen Inneren zu kommen, wie ein Gefühl, eine Vorahnung oder eine Art Kompass.


Der meiner Meinung nach grösste Unterschied zwischen den Beiden, was mir sehr geholfen hat, ist, dass der rationelle Verstand immer argumentiert und begründet, die Intuition tut das nicht.


Es macht zum Beispiel Sinn, wenn wir dann eher auf die Intuition vertrauen, wenn wir wenig bis keine Fakten haben oder etwas kaum vorhersehbar ist. Wenn es aber eine praktische Analyse der Fakten braucht, dann ist der Verstand sicherlich unser besserer Partner. Ich persönlich glaube, genau darum geht es, dass wir eine Balance zwischen den Beiden finden. Denn nur allzu oft ist jeder alleine fehleranfällig, beide brauchen einen Partner, der eben etwas anders funktioniert, der das Grosse Ganze und das Detail sieht.


Fazit

Nun, viele von uns, inklusive mir, haben irgendwann aufgehört auf die Intuition zu hören. Mir wurde oft gesagt, dass ich nicht so träumerisch denken soll, auf dem Boden bleiben soll oder eben mit Pro-Contra-Listen Entscheidungen treffen sollte. So habe ich die Intuition eher weggedrückt und ignoriert. So war klar, dass die rationellen Entscheide wenigstens Hand und Fuss haben. Und ich glaube, so geht es vielen von uns. Meine grosse Frage ist nun, kann ich denn so glücklich werden? Wenn ich nur den Weg gehe, der rationell erklärbar ist, sinnvoll und gesellschaftlich anerkannt ist, ist das dann der Weg der zu meiner Erfüllung führt? Ich glaube nicht. Als ich das vor ein paar Jahren fest gestellt habe, habe ich beschlossen, der Intuition mehr Raum zu geben. Den Verstand mit der Intuition in die Waagschale zu legen und beide anzuhören. Anstatt eben immer nur auf Verstandesebene zu handeln. Und so bin ich nach und nach auf einen anderen Weg geraten, einen Weg, der eben manchmal nicht erklärbar ist, aber sich für mich absolut richtig anfühlt.

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