Suche
  • Karin

#42 Wo findsch du Sicherheit?


Was ist Sicherheit für dich? Was in deinem Leben gibt dir Sicherheit?


Ich kann sagen, ich war sehr lange in meinem Leben auf der Suche nach Sicherheit. So bin ich auch in die Beziehung gekommen vor 10 Jahren mit meinem Mann Daniel, ich war so stark sicherheitsbedürftig. Erst nach und nach habe ich gesehen wie Daniel seine Entscheidungen trifft, sein Leben führt und durfte verstehen, dass Sicherheit im Aussen eigentlich eine Illusion ist. Sicherheit im Aussen gibt es für mich heute gar nicht. Aber fangen wir vorne an.

  • Früher, als ich ein Kind war, da dachte ich, dass mir meine Eltern Sicherheit geben, besonders meine Mama. Irgendwann hatte sie einen Unfall, den sie zwar überlebte und auch wieder gesund wurde, doch in dieser Nacht verstand ich, wie vergänglich auch ihr Leben ist, und Mama nicht immer da sein wird. Mama gibt mir also nur indirekt Sicherheit.

  • Dann als ich Teenager war, dachte ich, dass mir mein Dorf, meine Heimat, meine Clique, mein Verein mir starke Sicherheit gibt. Irgendwann bin ich dann weggezogen um in Murten zu arbeiten, und genau das begann nach und nach wegzufallen. Ich konnte an den regelmässigen Treffen nicht mehr dabei sein, verpasste die Proben und war nicht mehr mit im Kern dabei wie früher. Mir wurde bald klar, dass auch Freundschaften und Hobbies vergänglich sind und nicht ewig halten. Auch wenn ich in meiner jugendlichen Naivität geglaubt habe, dass die Menschen für immer an meiner Seite bleiben werden.

  • Dann hatte ich meinen ersten festen Freund und suchte da meine Sicherheit. Doch spätestens als wir uns wieder trennten wurde klar, dass auch da keine Sicherheit zu finden ist.

  • So begann ich Sicherheit im Job zu suchen. Doch auch da merkte ich, dass auch das mir keine Sicherheit gibt. Besonders weil das Arbeitsverhältnis beidseitig schon morgen aufhören kann.

  • Dann, mit dem ersten Job begann ich zu sparen und füllte mein Bankkonto, doch auch das gab mir keine Sicherheit.

  • Dann wurde ich selbständig und dachte, dass mir das Sicherheit gibt. Doch dann kam Corona, im März 2019 als mir die ganze Sicherheit in meinem eigenen Betrieb genommen wurde, nämlich dadurch, dass wir schlagartig alle Aufträge verloren haben, merkte ich, dass es auch da keine Sicherheit zu finden gibt.

Und dann, endlich verstand ich, dass der einzige Ort, wo ich wirklich Sicherheit finden kann, ist in mir selber. Der einzige Mensch und Ort, wo ich wahre Sicherheit finde, ist in mir. Alles andere um mich herum, meine Wohnung, meine Beziehung, meine Freundschaften, mein Job, ja sogar mein Land, nichts kann mir Sicherheit geben, nichts ist für immer, alles ist vergänglich.


Ich fokussierte mich darauf, dieses Gefühl in mir zu finden, und stellte fest, es war schon immer da. Schon immer war es da, nur hatte ich es nicht bemerkt, nicht ernst genommen, ignoriert. Und kaum hatte ich sie wieder gefunden, meine Sicherheit, hatte ich auch nie mehr das Bedürfnis nach Sicherheit im Aussen. Im Gegenteil, ich begann zu verstehen, wie einfach es mir somit auch plötzlich fällt, etwas loszulassen.


Und mit dieser wahnsinnigen Erkenntnis hörte meine ewige Suche auf. Ich durfte ankommen. Bei mir.


Trigger von Aussen

Durch eine Entscheidung meiner Eltern kam es soweit, dass zwei Vorsorgeberater zu uns nach Hause kamen um über unsere Zukunft zu sprechen. Dabei ging es natürlich um die finanzielle Vorsorge, sprich wie wir jetzt Geld einzahlen können, damit wir in Zukunft, also nach der Pension abgesichert sind. Das war ein Termin, den wir vermutlich nicht wahrgenommen hätten, wäre nicht der Entscheid meiner Eltern dahinter. Es war also ein richtig spezielles, auch etwas eigenartiges Treffen. Denn die beiden Männer nutzten das menschliche Bedürfnis nach Sicherheit um ihre Produkte zu präsentieren. Sprich, dass man mit dem Einzahlen von Geld abgesichert ist für Szenario A, B und C das passieren könnte. Und dass dieses Geld A und B ermöglicht, zur Sicherheit im Alter.


Doch keines dieser Szenarien hat bei mir Anklang gefunden, weder habe ich Angstgefühle bei den Horrorszenarien gefühlt, noch habe ich die Sicherheit gespürt bei den Lösungswegen. Schnell habe ich gemerkt, dass genau das ihre Taktik ist. Sie vermitteln Sicherheit durch ein Produkt, wofür du heute bezahlst und später profitierst. Aber das hat sich für uns einfach nicht richtig angefühlt. Denn mein Mann, Daniel und ich sind beide sehr stark im Vertrauen, dass alles so kommen wird, wie es gut für uns ist. Dass wir jederzeit genügend Geld haben werden und das Universum für uns ist. Was es übrigens heisst, dass das Universum für uns ist, darüber habe ich im Podcast Nummer 2 intensiv gesprochen.


Vielleicht hast auch du schon einmal ein solches Gespräch geführt. Da sitzen nun also zwei Herren vor mir, die mir erzählen, was alles im Leben passieren kann, wo und warum wir überall Geld brauchen und wie denn unser Leben im Alter aussehen könnte. Dabei kreieren sie Szenarien, wie dass dem Partner etwas zustösst und man mit Kinder und Haus alleine dasteht. Oder dass die Selbständigkeit den Bach runter geht, weil zum Beispiel der eine Partner Invalid wird. Doch jedes Szenario, was sie uns erzählt haben, hat irgendwie keinen Anklang bei uns gefunden. Ich glaube, die beiden hatten mit uns einen wirklich schweren Stand und teilweise echt auf Granit gebissen. Denn meine Überzeugung, dass das Leben für mich ist, geht soweit, dass wenn wirklich eines dieser Szenarien eintreten sollte, wir einen Weg für uns finden, wie wir auch das überstehen werden. Ich habe also eine tiefe Sicherheit in mir gespürt, was einfach so schön war.

Und doch war es absolut spannend, was bei mir passiert, wenn mir Jemand erzählt, was das Beste für meine Zukunft ist. Denn der Einzige Mensch, der wirklich weiss, was das Beste für mich und meine Zukunft ist, bin nur ich selber.

Und trotz unserer Überzeugungen, hat dieses Treffen sehr viel mit uns gemacht. Es hat uns zum Nachdenken gebracht. Denn wir haben während diesem Gespräch das Gefühl erhalten, nicht „normal“ zu sein. Dass wir naiv sind und irgendwie nicht in das klassische Schema reinpassen. Wir haben weder Haus, noch Kinder, noch haben wir klar definierte grosse Träume, bei denen wir eine bestimmte Summe Geld bräuchten. Und während diesem Gespräch habe ich das Gefühl bekommen, damit aus dem Rahmen zu fallen. Man weiss doch worauf man spart oder hat zumindest einen Plan für die Zukunft. Nicht wir. Im Gegenteil. Wir geniessen die Freiheit, die Zukunft die noch alles offen hält.


Doch dies ist ein gesellschaftliches Konzept, einen Plan, der von meiner Generation und Generationen vor mir brav und ordentlich erfüllt wurde. Partner finden, heiraten, Haus mit weissem Gartenzaun kaufen, Kinder bekommen, einen Hund kaufen, arbeiten bis zur Pension und dann alt werden. So macht man das und so war es schon immer. Doch ist das noch das heutige gesellschaftliche Konzept? Ist das wirklich noch, was wir alle wollen? Dani und ich jedenfalls nicht. Wie sieht es wohl mit den nachfolgenden Generationen aus? Was gibt den heutigen Jugendlichen Sicherheit? Die Generationen die alles hinterfragen und besser machen wollen. Ich bin gespannt.


Fazit

Und ich weiss nicht wie es dir geht, und wie du mit deiner Vorsorgeplanung umgehst. Aber ich glaube, dass die Generationen nach uns, noch viel stärker im Vertrauen in die Zukunft sind. Ich glaube dass die heutigen jungen Menschen viel mehr im Moment leben wollen, im Hier und Jetzt sein, jetzt etwas erleben und das Leben voll auskosten wollen.

Und ich glaube, dass der Glaube an die positive Zukunft und das Vertrauen ins Universum für uns der richtige Weg ist. Auch wenn wir uns belächelt und kritisiert fühlen von den beiden Finanzberater, hat das uns noch viel mehr Sicherheit gegeben. Nämlich die Überzeugung, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Auf unserem Weg. So kann ich dich nur von Herzen dazu motivieren, selber über das Thema Sicherheit nachzudenken. Woran hälst du dich fest? Was glaubst du, gibt dir Sicherheit? Und wo spürst du die Sicherheit?


3 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen