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  • Karin

#19 Mein Leben darf leicht sein

Aktualisiert: 2. Mai 2021


Heute für mich ein wunderschöner Satz. Ein Satz der aus tiefstem Herzen kommt, sich wunderschön anfühlt.


Teenager - Jahre

Ich erinnere mich an ganz andere Zeiten, zu denen ich nicht einmal mein Spiegelbild sehen wollte. Mir selber in die Augen zu schauen im Spiegel war anspruchsvoll, ich fand meinen Körper alles andere als liebenswert. Auch war ich super launisch, von grösster Heiterkeit runter in den Keller zu Ärger und Frust. Und dies konnte so schnell ändern, es war ein ständiges extremes Auf und Ab. Wenn ich traurig oder wütend war, dann mit Allem was ich hatte. Niemand konnte mir es noch recht machen, so lange ich mich in diesem Zustand befand. Wenn es nicht lief wie ich wollte, schletzte ich die Türen hinter mir zu und zog mich zurück, fand das Leben ungerecht. In alten Tagebüchern finde ich viel Unverständnis für die Welt. Oft hatte ich das Gefühl so anders zu sein als die anderen, fühlte mich nicht zugehörig. Damals war das Leben alles andere als leicht...


Erlaube ich mir ein leichtes Leben?

Doch da fängt es schon an, erlaube ich mir denn überhaupt, dass das Leben leicht sein darf? Oder bin ich der Überzeugung, dass nur was anstrengend ist, sich auch lohnt? Oder nur was weh tut, ist wirklich schön? Oder nur wenn es hart erarbeitet ist, dann ist es auch lohnenswert? Es sind also einerseits Glaubenssätze und Muster, die uns auf den Weg gegeben werden oder wir irgendwo interpretiert haben auf dem Weg. Ich war lange der Ansicht, dass nur hart erarbeitetes Geld auch ehrliches Geld ist. Oder dass physisch anstrengende Arbeit die einzig richtige Arbeit ist. Oder dass ich nur etwas wert bin wenn ich viel arbeite. Solche Muster sorgen unbewusst dafür, dass ich genau dies auch erlebt habe. Erst als ich wirklich hinter die Kulissen schaute, stellte ich fest, dass dies eigentlich gar nicht ist was ich wirklich möchte. So hatte ich die Chance im Coaching und in der gewaltfreien Kommunikation diese Muster zu erkennen und aufzulösen. Denn heute bin ich überzeugt, dass jede Art von Arbeit wertvoll ist, dass auch Arbeit die von herzen kommt, Geld wert ist, und dass ich wertvoll bin, egal was ich tue, sondern weil ich bin.


Bin ich vielleicht sogar selbst der Täter?

So musste ich erst verstehen, dass ich mir das Leben lange selber schwer gemacht habe, ohne es so richtig zu merken. Nämlich mit meinen eigenen Gedanken. Vor allem als ich Teenager war, sah ich mich manchmal als Opfer, dass das Leben eben ungerecht sei und ich Pech habe und ich die Arme bin, dass immer nur mir Dinge passieren, alle anderen Glück haben. Ich war also lange in diesem sogenannten Opfermodus gefangen. In diesem Opfermodus befinden sich ganz viele von uns, oft ohne dies zu erkennen, oftmals ohne dass wir es überhaupt merken.


Kennst du das auch? Bist du manchmal auch im Opfermodus und tust dir selber leid? Ich glaube das kennen wir alle


Der Opfermodus

Wenn ich im Opfermodus bin, ist die Chance relativ gross, dass ich immer wieder einen Täter anziehe. Auch kannst Du im Opfer- oder auch Angstmodus immer nur reagieren aber nicht agieren. Im Opfermodus geben wir die Verantwortung ab an Andere Menschen oder Umstände, der Chef, das Wetter, Corona, die Mutter oder der Partner. Irgendjemand lässt sich immer finden. Auch lästern gehört dann natürlich dazu, wenn wir den Schuldigen erst einmal gefunden haben. Dazu kommt das Selbstmitleid, wir tun uns selber leid und suhlen uns so richtig darin. Manchmal habe ich solche Momente, und bade förmlich in diesem Selbstmitleid. Ich sehe in diesen Momenten nur das, was mir fehlt, und merke nicht, was ich eigentlich Alles habe.


Bis ich erkenne, dass dies mal wieder ein Gedankenmuster ist, das ich relativ schnell ändern kann. Das ist übrigens der erste Schritt auf den du auch gleich richtig stolz sein darfst, nämlich dass du es erkennst. Da braucht es gar keine Scham, keinen Ärger und auch keine Geissel, sondern einfach die Freude darüber, dass du es erkennt hast. Übrigens am Schnellsten geht das bei mir mit Dankbarkeit. Ich zwinge mich einfach dazu, mir alles aufzuzählen wofür ich dankbar sein kann in diesem Moment. Ich persönlich finde einfach sehr wichtig, dass wir wieder daraus kommen und dieser Zustand nur für ein paar Stunden bis Tage präsent ist. Nicht aber, dass wir unser Leben in diesem Modus verbringen.


Vergleichen mit Anderen

Und was hat denn Vergleichen mit dem Thema zu tun? Ist es denn auch manchmal so, dass wir uns mit Anderen vergleichen? Dass wir unser Leben härter finden als das der Anderen, oder dass wir es ungerecht finden? Und ist das denn wirklich so, oder ist es unsere Wahrnehmung? Ist es wirklich so, dass die anderen es viel leichter haben, ihnen alles zufliegt und nur mein Leben so hart ist?


John F. Kennedy hatte einmal gesagt:

«das Leben ist ungerecht, aber denke daran, nicht immer zu deinen Ungunsten»

Corona finde ich das beste Übungsbeispiel. Versuche einmal herauszufinden, welche drei Dinge du im vergangenen Corona-Jahr erlebt, gelernt, verstanden oder gesehen hast, was nicht passiert wäre, wenn Corona nicht zu uns gekommen wäre.


Jede Medaille hat zwei Seiten

Dani und mir ist es oft so ergangen, dass Bekannte um uns herum das Gefühl hatten, uns fliegt alles zu, wir haben ja so viel Glück, uns falle alles in den Schoss. Dem war aber überhaupt nicht so, immer wieder standen wir vor neuen Herausforderungen und mussten einen neuen Weg finden wie es für uns weiter geht. Doch viele um uns herum haben die Details vielleicht gar nicht mitbekommen und dann von Aussen interpretiert.

Doch vielleicht macht es Sinn, mit dem Gegenüber, das wir so beneiden um das «scheinbare Glück» einmal genauer befragen. Vielleicht hast Du ja auch Jemanden in deinem Freundeskreis, bei dem du das Gefühl hast, der hat es so einfach, oder sie hat so ein Glück. Und dann frag einmal nach, wie es denn dazu gekommen ist. Was hat es denn wirklich gebraucht, dass dieses scheinbare Glück gekommen ist. Und du wirst sehen, wieviel wirklich dahinter steckt. Denn auch bei uns war nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Doch von Aussen schien das vielleicht so, automatisch urteilten die Menschen relativ schnell und verglichen sich mit uns. So schien ihr Leben hart und unseres einfach. Doch falls Du an dieser Position stehen solltest, und dein Leben hart findest, dann frag dich einmal ganz ehrlich, ob du denn mit dem anderen tauschen möchtest? Und plötzlich siehst du, dass es Kompromisse gebraucht hat für dieses Glück, vielleicht sogar Verzicht und auch Verlust. Plötzlich siehst du vielleicht auch, dass der Weg zu diesem Glück lange und anstrengend war. Und so kannst du vielleicht erkennen, dass bei dir ganz andere Dinge gut laufen und du an anderen Orten Glück hast in deinem Leben.


Während ich mir Gedanken mache zu diesem Podcast kommt mir ein neuer Gedanke. Was ist, wenn sich die Gerechtigkeit verteilt auf alle unsere Leben? Was wen jede Seele gleich viel Gerechtigkeit erfährt, aber eben auf mehrere Leben verteilt? Das wäre ja dann wieder gerecht, nicht wahr?


Ja so könnte ich noch lange weiter philosophieren.


Fazit

Was mir wirklich geholfen hat, ist die Sicht der Dinge zu ändern. Wenn ich mir selber beibringe, immer das Positive zu suchen, wirklich zu suchen, egal an welcher Situation, dann ist dies schon ein erster Schritt in eine andere Richtung. Das ist etwas, was mir meine Eltern glücklicherweise mit auf den Weg gegeben habe, und ich heute mehr praktiziere als je zuvor. So versuche ich in jedem Menschen das Positive zu sehen, egal was er getan oder erlebt hat, und auch in jeder Situation. Manchmal gelingt es mir nicht im selben Moment, manchmal erst Tage, Wochen oder Monate später. Ja vielleicht wird es auch einmal Situationen geben, die ich in diesem Leben nicht verstehe. Doch ich für mich glaube, dass alles zwei Seiten hat, überall gibt es etwas Positives zu finden.


Es geht also meiner Meinung nach darum, dass wir unsere Sichtweise auf das Leben bewusst wählen. Dass wir unsere Verhaltensweisen verstehen, unsere Muster erkennen und durchbrechen falls wir diese nicht mehr pflegen wollen. Dass wir uns erlauben, dass unser Leben leicht sein darf und wir in Allem etwas Positives finden. Probier es aus….

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