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  • Karin

#15 Min Körper - Fründ oder Feind?

Aktualisiert: Apr 18



Ja ihr lieben Leser, diesen Titel, dass mein Körper mein Geschenk ist, konnte ich viele, viele Jahre definitiv nicht unterschreiben. Geht es dir auch so? Hast du auch Mühe mit deinem Körper?


Heute möchte ich dich abholen in die Anatomie des Körpers und damit meine Geschichte erzählen.


Meine Geschichte

Als Teenager hatte ich immer das Gefühl zu dick zu sein, am liebsten trug ich weite Kapuzenpullover, fand meinen Körper unförmig, hatte das Gefühl eine männliche Statur zu haben, passte nicht in das typische Mädchenbild. Ich wollte unbedingt abnehmen und begann jeden Tag zu Springseilen. Bei jedem Wetter stand ich raus und gab Alles, um ein paar Kilo zu verlieren. Ich schämte mich total ins Schwimmbad zu gehen, mich im Bikini zu zeigen. Am liebsten behielt ich meine Kleider an. Besonders meine Hüfte fand ich zu breit und meinen Bauch zu dick. Ich konnte mich einfach nicht selber akzeptieren, im Gegenteil. Ich fand mich hässlich. Schaute mich auch nicht gerne im Spiegel an. Meine Mama hat mir erzählt, wie sehr ich in der Umkleidekabine geheult hatte, als ich von der Grösse 38 auf die 40 wechseln musste. Offenbar, war das für mich ein wirklich schwieriges Thema. In alten Tagebüchern kann ich seitenlang davon lesen, wie unzufrieden ich mit mir bin. Auch fiel es mir natürlich unfassbar schwer, Jemanden an meinen Körper ran zu lassen. Dies macht die Sache noch etwas komplizierter.


Jahr für Jahr fing ich an, daran zu arbeiten, dass ich mein Selbstbild verändern kann. Aber so richtig geholfen hat mir nicht viel. Bis zu meiner Ausbildung zur Ernährungsberaterin im 2017. Im ersten Jahr war Anatomie angesagt, die Grundlagen des menschlichen Körpers. Was ich da gelernt habe, liess mich völlig aufwachen. Denn ich begann zu verstehen, welche Wunderwerk unser Körper wirklich ist. Welche Aufgaben unser Körper Sekunde für Sekunde erledigt, ohne dass ich es überhaupt merke. Welches Zusammenspiel im Körper abläuft. Und vor allem aber, wie sehr ich meinen Körper zerstören kann, indem ich nicht auf ihn achte, ihn schlecht ernähre, ihn nicht bewege, oder eben, ihn verdamme. Wow ich sag dir, das war bahnbrechend für mich. Woche für Woche begann sich etwas in mir zu verändern und ich verstand, dass ich es in der Hand habe, wie es mir und meinem Körper geht.


Basiswissen Anatomie

Deshalb erzähle ich dir so gerne ein paar wenige Grundlagen, die mich absolut faszinieren:


Zellen

  • Die Zellen sind die Grundbausteine des Körpers.

  • Ein Körper besteht im Schnitt etwa aus 2/3 Wasser, 1/3 komplizierter Mischung aus Wasser und chemischen Verbindungen.

  • Diese komplizierte Mischung befindet sich in den Zellen.

  • Zellen sind nur mit dem Mikroskop zu erkennen, so klein sind sie.

  • 40 Zellen sind zusammen so gross wie der Punkt am Ende eines Satzes

  • Eine einzige Zelle enthält so viele einzelne Bausteine, sie sieht aus wie ein kleines Dorf.

  • 1 Körper besteht aus fünfzigtausend Milliarden (50 000 000 000) Zellen, das ist eine 5 mit 10 Nullen.

  • Es gibt mindestens 200 verschiedene Zellarten

  • Zellen brauchen Nahrung, Sauerstoff und Flüssigkeit zum Überleben.

  • Das Blut versorgt die Zellen mit Nahrung und Sauerstoff

  • Zellen wachsen aktiv und dynamisch, spezialisieren sich, sterben und erneuern sich. Millionen Mal. Jede Sekunde.

  • Die Haut zum Beispiel erneuert sich praktisch 1 Mal pro Monat.

  • Unser Körper ist also ein Meister der Veränderung.

  • Mehrere Zellen zusammen, die eine Aufgabe erledigen nennen wir Gewebe.

  • Der Dünndarm besteht aus 1 Gewebeschicht

  • Die Speiseröhre besteht aus 4 Gewebeschichten

  • Die Hirnhaut besteht aus 30 Gewebeschichten

  • Hornhaut besteht aus 50 Gewebeschichten


Knochen

  • Doppelt so hart wie Granit und nicht weniger zugkräftig als Gußeisen ist das kompakte Material eines menschlichen Knochens.

  • Tastet man einem Neugeborenen den Schädel ab, so bemerkt man Weichstellen, auch Fontanellen genannt: mit Bindegewebe ausgefüllte Lücken. Die 22 Knochen des kleinen, elastischen Schädels werden erst einige Zeit nach der Geburt fest durch Knochennähte miteinander verbunden. Dieser Verknöcherungsprozeß findet in den ersten drei Lebensjahren statt.

  • Fun Fact: Nur dank dieser weichen Schädelknochen passt ein Baby überhaupt durch den Geburtskanal


Verdauung

  • Die komplette Verdauung einer ausgewogenen Mahlzeit dauert durchschnittlich 24 Stunden. Die Nahrung bleibt zunächst vier Stunden im Magen, passiert anschließend innerhalb von sechs Stunden den Dünndarm und durchläuft in sechs bis sieben Stunden den Dickdarm. Nach einer ebenso langen “Zwischenstation” im Mastdarm werden die unverdaulichen Nahrungsreste ausgeschieden.

  • Fun Fact: Der Analkanal ist von einem inneren und einem äußeren Schließmuskel umgeben. Der innere Schließmuskel wird vom autonomen Nervensystem gesteuert, das heisst diesen können wir nicht beeinflussen. Er erschlafft beim Kontakt mit dem Stuhl und läßt ihn in den oberen Analkanal gleiten. Der äußere Schließmuskel arbeitet willkürlich und erschlafft erst dann, wenn wir ihm den Impuls dazu geben. Wir können also nur 1 von 2 Schliessmuskel willentlich steuern, und den Stuhl zurückhalten wenn der Moment gerade ungünstig ist.

  • Zur Verdauung kann ich von herzen das Buch Darm mit Charme von Giulia Enders empfehlen


Das Herz

  • Das Herz entsteht in der sechsten Schwangerschaftswoche, wenn der Embryo noch 5 Millimeter gross ist.

  • Das Herz eines Menschen schlägt in Ruhestellung des Körpers etwa 70mal in der Minute und am Tag 100.000mal. Wenn der Körper aktiv ist, liegt die Schlagzahl wesentlich höher, damit die arbeitenden Muskeln ausreichend mit Blut versorgt werden können.


Blut

  • Und nicht zuletzt muß auch ständig die Körpertemperatur reguliert werden: Je nach Bedarf läßt der Organismus mehr oder weniger Blut durch die Haut fließen. Du kennst das bestimmt, wenn deine Hände kalt sind, sind sie schlechter durchblutet. Wenn es draussen also kalt ist und wir ungenügend warm gekleidet sind, beginnt der Körper die Zentralisation. Das heisst, die Blutgefässe in den Extremitäten ziehen sich zusammen, dies verringert die Durchblutung der äusseren Körperregionen. Es entsteht eine Art Schale, in der das kalte Blut bleibt. Einen Austausch gibt es praktisch nicht mehr. Durch das Muskelzittern parallel dazu wird Wärme produziert

  • Unser gesamtes Blut (5-7 Liter) passiert etwa alle 5 Minuten die Nieren, da dieses ständig gereinigt und reguliert werden muss, dabei werden zb. Der Harnstoff ausgefiltert und kann ausgeschieden werden


Homöostase

Fazit

Wenn dieses Wunderwerk Natur so toll funktioniert, dann möchte ich die bestmögliche Unterstützung sein, habe ich für mich entschieden. So gab ich mich vollkommen hin und habe angefangen, auf die Signale meines Körpers zu achten, zu lesen und zu verstehen. Mit meinem Körper zusammen zu arbeiten, statt gegen ihn. Ihn zu fordern und zu fördern, das bestmöglich herausholen.


Was mir also wirklich geholfen hat bei der Liebe und Akzeptanz meiner Selbst, ist das Verstehen wie der Körper funktioniert. Zu sehen, dass dieser viel mächtiger und grösser ist, als was ich denke oder glaube. Plötzlich kam ich mir ganz klein vor, kamen mir meine Sorgen und Ängste fast banal vor. Weil ich begann zu verstehen, welch Grossartige Dinge in mir passieren.


So stehe ich heute hier und bin jeden Tag dankbar für dieses Wunderwerk und geniesse den Anblick meines Körpers. Von Herzen wünsche ich dir, dass du genauso fühlen kannst und einen Weg zu deiner Selbstliebe findest.


Also, lieber Mensch, das Herz schlägt jede Minute nur für Dich, egal wie Du aussiehst, egal was Du in Deinem leben machst, egal wer Du bist. Einen Mitstreiter hast Du auf jeden Fall, Dich selbst.

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