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  • Karin

#12 Glaubenssätze transformieren, Wahrnehmung verändern



Im ersten Blog der Glaubenssätze Serie haben wir darüber geschrieben, wie du deine Glaubenssätze erkennen kannst und wie sie deinen Alltag beeinflussen. In der heutigen Folge geht es darum, zu erkennen wie wir diese Glaubenssätze aufspüren und verstehen und wenn nötig abändern können. Dabei ist wichtig zu wissen, dass es unterstützende und einschränkende Glaubenssätze gibt. Und so möchte ich gleich betonen, dass ich hier in diesem Podcast den Fokus auf die einschränkenden, also die negativen Glaubenssätze lege, da wir diese ja verändern möchten. Natürlich gibt es auch die Positiven, die mein Leben begünstigen, auch diese werden wir erkennen. Doch, ich möchte Dich gerne dazu inspirieren, die Negativen anzupacken und in Positive zu transformieren.


Wie funktionieren Glaubenssätze?

Dazu müssen wir allerdings erst einmal verstehen woher sie kommen und wie sie entstehen.

Wie du vielleicht noch vom letzten Podcast weisst, sind Glaubenssätze innere Überzeugungen. Es sind die persönlichen Schlussfolgerungen und Einschätzungen die wir über unsere Umgebung, die Menschen und die Erlebnisse gewonnen haben. Glaubenssätze entstehen hauptsächlich in unserer Kindheit. Denn anhand der Reaktionen und Verhalten unserer Umgebung lernen wir die Welt kennen. Sind wir zum Beispiel mit pessimistischen und ängstlichen Menschen aufgewachsen, dann nehmen wir dies mit auf unseren Weg. Da fielen vielleicht Sätze wie „das Leben ist eben hart und ungerecht“ oder „Traue keinen fremden Menschen“. Vielleicht bin ich mit sehr traditionellen und eher altmodischen Eltern aufgewachsen. Vielleicht habe ich oft gehört, dass „Mädchen immer brav sind“ und „Jungen nicht weinen“. Oder mit Sätzen wie „das gehört sich nicht“, wurden wir schon früh darauf hingewiesen, dass wenn wir uns Abseits der „Norm“ verhalten, nicht mehr dazugehören. Egal was ich gehört habe als Kind, ich glaube das. Ich hinterfrage es nicht, ich glaube es ungefiltert. Denn es kommt ja von Menschen die für mein Überleben sorgen, die für mich wichtig sind. Sie wissen doch, wie das Leben und die Welt funktioniert, und so glaube ich ihnen was sie sagen. Diese Dinge die du lernst in deiner Kindheit, die bleiben bei dir bis zu dem Tage, an dem du sie bewusst hinterfragst, überprüfst und eventuell veränderst.



Hierbei ist mir ganz wichtig, dass es nicht darum geht, Fehler bei unseren Liebsten zu suchen oder Vorwürfe zu machen. Im Gegenteil. Ich möchte, dass du verstehst, dass es darum geht, zu erkennen, in welchen Mustern wir gefangen sind. Und denke daran, dass auch deine Eltern genauso aufgewachsen sind. Dass auch sie Überzeugungen und Glaubenssätze von ihren Eltern und ihren Grosseltern übernommen haben. Ich bin aber auch der Überzeugung, dass sie ihr Bestes für dich gegeben haben und aus Liebe gehandelt haben. Der grosse Unterschied zwischen dir und ihnen ist, du befasst dich mit persönlicher Weiterentwicklung, du hörst diesen Podcast und hast offensichtlich verstanden, dass du diesen Bann durchbrechen und etwas verändern kannst.


Glaubenssätze kreieren unsere Realität

Henry Ford der Gründer und Manager der Ford Motor Company sagte einmal


„Ob Sie glauben, Sie können es, oder ob Sie glauben, Sie können es nicht, Sie werden auf jeden Fall Recht behalten.»


Was sagt er uns denn damit? Er meint damit, dass egal welche Überzeugung wir in uns tragen, eben ob ich es kann oder ob ich es nicht kann, meine Sicht auf die Welt gestaltet. Jeder Mensch trägt also eine Art eigene Wahrheit in sich, eben Dinge, Glaubenssätze die er über sich glaubt. Diese Dinge werden sich – ob man will oder nicht – im Alltag zeigen, in irgendeiner Form. Glaube ich also, dass ich das nicht schaffe, oder dass ich immer Pech habe, oder dass ich nicht gut genug bin, dann sind dies die Erlebnisse die meinen Alltag prägen und die Erfahrungen, die ich in meinem Leben mache. Anders ist es nicht möglich. Das ist das Gesetz der Resonanz. Gleiches zieht Gleiches an.


Das effektive Vorgehen

Nun schauen wir uns an, wie wir diese Glaubenssätze erkennen und verändern können. Wir gehen Schritt für Schritt durch mein Schema, begleitend dazu gebe ich ein Beispiel aus meinem Leben.

Erstens

Es geht also als Erstes darum, herauszufinden, was ich denn überhaupt für Glaubenssätze mitgenommen habe. Am Besten geht dies, wenn du dir dein Leben einmal genauer ansiehst. Wo läuft es nicht rund? Wo hast du Schwierigkeiten? Wo scheint immer alles schief zu gehen? Ein Zeichen dafür kann sein, dass du da eigene hinderliche Glaubenssätze gespeichert hast, die diesen Lebensbereich negativ beeinflussen. Wo hingegen läuft alles wunderbar? Es scheint zu fliessen und Erfolg anzuziehen? Dann weisst du, dass du da unterstützende Glaubenssätze gespeichert hast, die diesen Lebensbereich positiv beeinflussen.


Hierbei hilft es einzuteilen in Kategorien, ich habe mich für folgende 10 Kategorien entschieden, gerne darfst du natürlich eigene Kategorien verwenden:

  1. Beziehung / Liebe / Freunde / Familie

  2. Geld und Finanzen

  3. Sinnhaftigkeit / Beruf / Job / Erfolg

  4. Körper / Gesundheit

  5. Attraktivität / Selbstwert / persönliche Stärke

  6. Vitalität / Fitness

  7. Abenteuer / Intensität

  8. Hobby / Freizeit

  9. Wohnen / Zuhause / Lebensstil

  10. Glaube / Religion / Spiritualität / Sinn

Zweitens

Nun schauen wir uns den Status Quo an. Am einfachsten ist es, wenn du dir in jeder Kategorie eine Einteilung gibst von 1-10, wo stehst du gerade heute? Wie zufrieden bist du mit jeder Kategorie von 1 grottenschlecht bis 10 grandios, also genau so wie es du dir wünscht?


Drittens

Als nächstes schau dir dein Ergebnis an, ganz grob und vereinfacht gesagt, kannst du davon ausgehen, dass du in den schlecht bewerteten Kategorien hindernde Glaubenssätze, und in gut bewerteten Kategorien förderliche Glaubenssätze gespeichert hast.


Ich mache gerne ein Beispiel. Ich habe es über viele Jahre einfach nicht hingekriegt, dass Geld bei mir bleibt. Mein Konto war Ende Monat immer leer und schien mir wie Sand aus den Händen zu rieseln. Oft kamen unerwartete Kosten und Rechnungen auf mich zu, die die Situation noch schwieriger machten. Selbst wenn ich meine Finanzen analysierte und versuchte, den Überblick zu behalten, es gelang mir einfach nicht. Bis ich in einer persönlichen Weiterbildung entdeckt habe, wie viele negative Glaubenssätze ich im Bereich Finanzen gespeichert hatte. Dieser Kategorie gab ich die Note 4.


Viertens

Zurück zu unserem Ablauf. Nun kannst du dich für einen Bereich entscheiden, mit welchem du starten möchtest und versuche die drei Fragen dazu zu beantworten. Versuche dabei, richtig objektiv zu bleiben, so wie ein Beobachter der einfach die aufkommenden Gedanken betrachtet. Es ist weder gut noch schlecht was sich zeigt, es ist einfach. Es braucht auch keine Bewertung von deinem inneren Kritiker, wir wollen einfach nur beobachten. Schreib alles auf was sich zeigt, egal ob positiv oder negativ, Niemand anders liest was du schreibst, einfach auf die innere Stimme hören:

  1. Was denkst du in diesem Bereich über dich, und dein Leben

  2. Was fühlst du wenn du darüber nachdenkst? Was geht in dir vor?

  3. Wie handelst du normalerweise in diesem Bereich? Warum handelst du so?

Bei meinem Beispiel waren das also Antworten wie:

  1. Ich habe nie genug Geld, vielleicht ist mein Lebensstandard zu hoch, mir wird alles weggenommen, ich bin arm, ich bin es nicht wert, ich bin nicht mehr Lohn wert, ich habe zu wenig

  2. Ich werde traurig, bedrückt, es wird schwer, ich fühle mich hilflos und als Verlierer, ich habe Angst

  3. Es tut weh, wenn ich Geld ausgebe, es macht mir keine Freude Geld auszugeben, jede Rechnung tut weh, ich bin geizig, ich handle egoistisch Ich handle so, weil ich so Angst habe, dass es immer weniger wird

Lies deine Antworten noch einmal durch.


Fünftens

Nun versuche, anhand deiner Antworten die dahinter liegenden Glaubenssätze zu finden. Hierzu findest du auf meiner Homepage unter dem ersten Blog zum Thema Glaubenssätze eine lange Liste mit negativen Sätzen, die dir dabei helfen könnten. Sie sind eingeteilt in dieselben Kategorien, damit du sie einfacher finden kannst, wobei die Liste noch nicht vollständig ist, vielleicht findest du auch eigene Glaubenssätze?


Bei meinem Beispiel waren dies Glaubenssätze wie: „Für Geld muss ich hart arbeiten“, „ich habe es nicht verdient Geld zu haben“, „Reiche Menschen sind schlechte Menschen“, „was ich mit Herz mache, darf kein Geld kosten“.


Sechstens

Nun, wenn du einen Glaubenssatz gefunden hast, dann tauchen wir ein. Zur Unterstützung gibt es ganz verschiedene Möglichkeiten und Tools die du nutzen kannst. Hier sind die Fragen vom Konzept „The work“ von Byron Katie, die ich sehr nützlich finde:


  1. Ist das wahr?

  2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?

  3. Wie reagierst du, was passiert, wenn du diesen Gedanken glaubst?

  4. Wer wärst du ohne den Gedanken?

In meinem Beispiel wären da die Antworten «Ich habe es nicht verdient Geld zu haben»:


  1. Hm nein das ist eigentlich nicht wahr

  2. Ja ich weiss dass es tatsächlich nicht wahr ist

  3. Ich mache mich klein, unwichtig, ich scheine anders als die Anderen, die anderen sind etwas Besseres als ich, ich werte mich ab

  4. Ohne diesen Glaubenssatz wäre ich vermutlich mit den Anderen Menschen auf Augenhöhe, gönne mir vielleicht sogar einmal etwas, gebe Geld gerne aus


Ist das nicht spannend, diesen Glaubenssatz einmal so von Aussen zu betrachten? Nun versuche als Nächstes mindestens 5 neue Sätze zu formulieren, die das Gegenteil deines Glaubenssatzes beschreiben.


In meinem Beispiel wären das:

  1. Ich bin ein Magnet für Geld und Erfolg

  2. Geld kommt zu mir und bleibt bei mir

  3. Geld fliesst durch mich

  4. Ich verdiene es reich zu sein

  5. Ich darf und erlaube mir reich zu sein

  6. Meine Arbeit ist hochwertig und ist deshalb gutes Geld wert

  7. Ich liebe Geld

Und plötzlich erkenne ich, dass dies tatsächlich alles bei mir anfängt. Nicht die „blöde“ Vermieterin, die hohe Rechnungen sendet, oder der „böse“ Arbeitgeber, der mir zu wenig Lohn zahlt, oder die „bösen“ Firmen da draussen, die mir Rechnungen senden, oder sowieso Alle Anderen.


Nein, der Ball liegt bei mir. Und das finde ich grandios. Nun ist die Transformation am stärksten, wenn du dir die neuen Sätze gross aufschreibst und an einen Ort hängst, wo du sie täglich lesen kannst. Oder du baust sie in deine Meditation ein. Oder was definitiv am schnellsten geht ist die Transformation durch Psych-K, dazu melde dich gerne bei mir unter meierkarin@bluewin.ch


Denn weisst du was? Du kannst Verantwortung übernehmen und etwas verändern, es liegt in deiner Hand. Ist das nicht grandios? Diese Erkenntnis war für mich so toll und wertvoll, denn plötzlich verstand ich, dass ich meine Realität selber erschaffen kann, so wie sie mir gefällt. Pippi Langstrumpf hatte also irgendwie doch recht…



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