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  • Karin

#11 Glaubenssätze erkennen und herausfinden wie sie dein Leben beeinflussen

Aktualisiert: 16. März 2021

Deine Gedanken steuern deine Gefühle. Deine Gefühle steuern deine Handlungen. Deine Handlungen steuern Deine Erfahrungen. Deine Erfahrungen bestätigen deine Gedanken.




Glaubenssätze sind unbewusste Gedankenmuster, die vor allem in den ersten 6 Lebensjahren entstehen. Diese hast du oftmals von anderen in deinem Umfeld übernommen, also von Verwandten, Freunden, Eltern, Lehrer oder wer auch immer da war. Diese sind entstanden entweder weil sie Jemand zu dir gesagt hat, oder aber du hast sie selber interpretiert aus einer Situation. Diese Glaubenssätze gelten für uns als wahr, ohne dass wir seine Richtigkeit je hinterfragt haben. Denn bis zum Alter von 6 Jahren kannst du noch nicht zwischen «sinnvoll» und «nicht sinnvoll» unterscheiden.


Das Fatale ist, dass wir uns vieler unserer Glaubenssätze gar nicht bewusst sind. Vieles von dem, was wir glauben, wie die Welt ist, haben wir einfach von anderen übernommen. Hauptsächlich natürlich als Kind von unseren Eltern. Daher gibt es auch so viele Parallelen zwischen uns und unseren Eltern: Wir haben das, was sie selbst glaubten, ungeprüft übernommen. Diese Glaubensvorstellungen erschaffen nun wie Programme laufend unsere Realität. Die gute Nachricht dabei ist: Alles, was wir DENKEN, können wir auch verändern. Daher können wir natürlich auch unsere alten Programme ändern. Dazu ist es notwendig zu erkennen, was du glaubst. Und zu erkennen, was davon überholt ist. Und dann anzufangen, ganz bewusst an eine andere Wirklichkeit zu glauben.


Unterbewusstsein & Bewusstsein

Nun kannst du dir vorstellen, dass mit der Geburt sozusagen wie eine Art Aufnahme unseres Unterbewusstseins starten, jede Erfahrung und jedes Wort wird ungefiltert aufgenommen und abgespeichert. Aus den Worten entstehen Reaktionen und Verhaltensmuster, die sich als solches abspeichern und sich sozusagen verselbständigen, jedes Mal wenn du danach wieder eine ähnliche Erfahrungen machst.


Diese Glaubenssätze mit ihren Verhaltensmuster sind im Unterbewusstsein abgespeichert. Und wie du vielleicht weisst, sind im Unterbewusstsein alle unsere Vorstellungen, Erinnerungen, Eindrücke, Muster, Motive, Einstellungen und Handlungsbereitschaften zu Hause. Das Verrückte ist, dass unser Unterbewusstsein etwa 99% der Funktionen im Organismus steuern. Das Unterbewusstsein führt auch die meisten unserer Handlungen aus, deshalb musst du nicht mehr überlegen wie man ein Fahrrad fährt, oder wie man läuft oder wie man das Auto zu fahren hat. Das läuft alles unterbewusst ab.


Zum Bewusstsein hingegen gehört alles was wir eben bewusst wahrnehmen können, also alles was wir mit unseren 5 Sinnen wahrnehmen können. Das Bewusstsein könntest du auch als deinen Verstand bezeichnen.


Wenn wir nun davon ausgehen, dass das Bewusstsein und das Unterbewusstsein zusammen 100% ausmachen, dann sind es nur 5-6%, die das Bewusstsein darstellt und 94-95% die das Unterbewusstsein darstellt.


Wenn also nun etwas passiert, spult das Unterbewusstsein seine Aufnahmen durch, um zu sehen, ob du das schon einmal erlebt hast. Damals wurde das Verhalten ja genauso abgespeichert, dieses holst du jetzt automatisch nach vorne und du verhältst dich eigentlich im genau demselben Muster wie du dich als Kind schon verhalten hast.

Als Beispiel: Wenn also deine Eltern früher gestritten haben, und dabei laut geworden sind, hat dies vielleicht dazu geführt, dass du dich in dein Zimmer zurück gezogen hast. Vielleicht hast du dich sogar noch verantwortlich dafür gefühlt, dass sie gestritten haben. Weil es in diesem Streit um dich ging. Dabei hast du vielleicht geschlussfolgert «ich bin schuld, dass mama und papa streiten» oder «ich störe, ich bin überflüssig» oder «ich bin der Grund, warum andere sich nicht gerne haben» Kommt dieselbe Situation heute vor, zum Beispiel mit deinem eigenen Partner, also dass du dich streitest und dein Gegenüber laut wird, wird dies automatisch zum Rückzug bei dir führen. Weil du unterbewusst, sofort diesen Film der Kindheit laufen hast.

Du hast also aus einer für dich schwierigen Situation etwas geschlussfolgert, das seit dann in deinem System gespeichert ist und sich jedes Mal wiederholt, wenn eine ähnliche Situation auftaucht.


Verstehst du was ich meine?

Diese Verhaltensmuster der Kindheit und die darauf abgespeicherten Glaubenssätze beeinflussen also, wie du über dich selbst, dein Leben und Andere denkst und dementsprechend auch, wie du dich im Alltag verhältst.


Ein Beispiel aus meinem Leben...

In meinem Leben war zum Beispiel der Glaubenssatz «ich bin nicht gut genug» relativ lange präsent. Dieser hat sich in den verschiedensten Lebensbereichen bezeigt, sei es in Beziehungen, wo ich immer das Gefühl hatte, «ich habe den Anderen nicht verdient» oder in der Schule das Gefühl hatte, ich bin nicht gut genug, bringe die Leistung nicht oder unter Freunden, wenn ich mich ausgeschlossen gefühlt hatte oder Jemand Witze über mich gemacht hat, kam das ebenfalls hoch. Also ein tief sitzender Glaubenssatz, der mein ganzes Leben durchzogen hat.


Das Spannende ist ja, dass ich auch ständig Beweise dafür gefunden habe. Denn meine Gedanken haben dann ja auch meine Gefühle beeinflusst, meine Gefühle meine Handlungen, meine Handlungen meine Erfahrungen, und diese wiederum haben meine Gedanken bestätigt. Also ein riesiger Teufelskreis.


Für mich war das eine riesengrosse Erkenntnis, vor allem, da wir diese Glaubenssätze neu programmieren können und sich dadurch unser ganzes Leben verändern kann. Am Besten geht das tatsächlich für mich mit dem Tool Psych-K, wo wir eine Neuprogrammierung der beiden Hirnhälften vornehmen.


Fazit

So ist es ein allererster Schritt, dass du dich im Alltag darauf achtest, welche Glaubenssätze du mitgenommen hast. Welche Muster begleiten Dich in Deinem Leben? Wie verhältst du dich in bestimmten Situationen? Vielleicht hilft Dir auch das Gegenüber, diesen Mustern auf die Spur zu kommen?

Das habe ich mit Daniel oft gemacht, dass wir nach einem Streit darüber gesprochen haben, warum jeder so reagiert hat und was die Worte in jedem ausgelöst haben. Versucht dies so neutral und wertfrei wie möglich zu analysieren. Also frei von Vorwurf oder Wertung. Und wer weiss, vielleicht fallen dir plötzlich ganz spannende Dinge auf, die dir nicht einmal bewusst waren...


Anhang:

Falls es Dich interessiert, findest Du hier nachfolgend eine Liste negativer Glaubenssätze, vielleicht kennst Du den Einen oder Anderen?


Top 10 der negativen Glaubenssätze

1. Ich bin nicht genug

2. Das Leben ist schwer

3. Ich muss stark sein

4. Liebe tut weh

5. Ich bin nicht schön

6. Ich muss es alleine schaffen

7. Geld verdienen ist schwer

8. Ich muss etwas leisten um geliebt zu werden

9. Ich kann das nicht

10. Ich bin nicht wichtig


Glaubenssätze in Kategorien unterteilt


Beziehung / Liebe / Freunde / Familie

o Liebe macht blind

o Keiner liebt mich

o Frauen sind zickig / Männer wollen immer nur das Eine

o Liebe tut weh

o Wahre Liebe gibt es nicht

o Ich bin beziehungsunfähig

o Nur mit einem Partner bin ich glücklich

o Die perfekte Beziehung gibt es nicht

o Liebe ist eine Illusion

o Ich verdiene keine Liebe

o Ich bin nicht gut genug

o Ich werde nur enttäuscht

o Ich bin zu schüchtern

o Ich bin nicht gut genug


Geld / Finanzen

o Geld macht nicht glücklich

o Reiche Menschen sind schlecht

o Geld verdirbt den Charakter

o Mit dem was Spass macht, kann man kein Geld verdienen

o Es gibt Wichtigeres als Geld

o Geld zerrinnt mir zwischen den Fingern

o Ich habe nie genug Geld

o Geld verdienen ist schwer

o Man kann nur reich werden auf Kosten anderer

o Nur wer spart wird reich

o Nur wer hart arbeitet hat Geld verdient / Für mein Geld muss ich hart arbeiten

o Geld verdirbt den Charakter


Sinnhaftigkeit / Beruf / Job / Erfolg

o Ohne Fleiss kein Preis

o Ich bin nicht gut genug

o Im Leben bekommt man nichts geschenkt

o Was ich tue ist sowieso sinnlos

o Erfolg macht einsam

o Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

o Nur wer hart arbeitet kommt zu etwas

o Nach dem Aufstieg kommt der Fall

o Bloss kein Risiko eingehen

o Ich habe einfach kein Glück

o Das schaff ich doch sowieso nicht

o Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr

o Ich bin nicht gut genug

o Wenn ich es nicht mache, macht es Keiner

o Keiner hört mich


Körper / Gesundheit

o Ein Indiander kennt kein Schmerz

o Ich bin zu dick / zu dünn / zu gross / zu klein

o Ich bin hässlich

o Wer schön sein will muss leiden

o Ich muss perfekt sein

o Im Herbst werde ich immer krank

o Ich werde schneller dick als andere

o Ich muss gut ausseehn

o Wer krank macht, hat keine Lust zu arbeiten

o Wer älter wird, ist öfter krank


Attraktivität / Selbstwert / Persönliche Stärke

o Ich bin zu dumm

o Die Welt ist ungerecht

o Man kann nicht einfach machen, was man will

o Früher war alles besser

o Strafe muss sein

o Das liegt bei mir in der Familie

o Ich bin einfach so

o Der Klügere gibt nach

o Ordnung ist das halbe Leben

o Das Leben ist schwierig

o Freu dich nicht zu früh

o Ich bin nicht gut genug

o Ich muss den anderen gefallen

o Ich bin zu hässlich

o Keiner nimmt mich ernst

o Keiner hört was ich sage


Vitalität / Fitness

o Ich schaff das sowieso nicht

o Ich bin zu langsam / dick / dünn / ungeschickt

o Andere können das besser als ich

o Ich bin nicht gut genug


Abenteuer / Intensität

o Mein Leben ist langweilig

o Bei mir passiert nie etwas spannendes

o Jeder Tag ist gleich

o Ich hab sowieso keinen Mut

o Neues auszuprobieren macht mir Angst

o Einen alten Baum verpflanzt man nicht

o Ich bin nicht gut genug

o Abenteuer sind gefährlich


Hobby / Freizeit

o Neue Menschen kennenlernen macht mir Angst

o Ich bin nicht gut genug

o Ich kann mich nicht entscheiden

o Ich habe nicht genug Zeit


Wohnen / Zuhause / Lebensstil

o Ich kann mir kein schöneres Zuhause leisten

o Meine Wohnung ist öd und langweilig

o Ordnung ist das halbe Leben


Glaube / Religion / Spiritualität / Sinn

o Ich bin nicht gut genug

o Die Welt ist ungerecht

o Immer ich / Immer trifft es mich

o Das Pech verfolgt mich

o Nur mit Ellenbogen kommt man weiter im Leben

o Ich darf nicht nein sagen

o Das Leben ist schwer

o Das Leben ist hart und ungerecht

o Veränderung ist so schwer


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