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  • Karin

#09 Das Spiegelgesetz, Oder was hat das, was da in meinem Leben gerade passiert, mit mir zu tun?



Hast Du schon einmal gehört vom Spiegelgesetz oder auch Gesetz der Anziehung genannt?

Es ist eines der sieben Geistigen Gesetze, diese teilen uns mit, wie wir im Einklang mit dem Universum leben können. Von den sieben hast du bereits das sechste Gesetz von Ursache und Wirkung im Podcast Nummer 7 kennen gelernt. Heute geht es um das Zweite, nämlich das Gesetz der Entsprechung.


Definition

Aber was heisst das ganz genau, das Gesetz der Anziehung?

Wenn wir Yogawiki nach der Bedeutung fragen, erscheint folgendes:


Spiegelgesetze ist die Bezeichnung für bestimmte Hypothesen oder Prinzipien, die besagen, dass was in dem einen Menschen ist, auch in dem anderen ist. Was einem in dem anderen stört hat etwas mit einem selbst zu tun. Andersherum gesehen hat das was den Anderen in einem stört, etwas mit dem Anderen zu tun.


Das Spiegelgesetz besagt auch, was ich im Inneren habe, sich im Aussen zeigt. Wir können also dank dem Gegenüber eigene Themen entdecken. Diese Themen sind noch nicht verarbeitet oder wurden verdrängt, deshalb lösen sie Emotionen in uns aus.

Unser Gegenüber hilft uns also dabei, unsere eigene Persönlichkeit und Wahrheit zu entdecken. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob das Gegenüber dein Partner, Schwester, Vater, Mitarbeiter oder Kollege, ja sogar dein Haustier ist. Das Spiegelgesetz sagt, dass alles was sich in unserem Leben um uns herum abspielt, hat etwas mit mir zu tun, es spiegelt unser Unterbewusstsein wieder. Vielleicht hörst Du das gerade nicht sonderlich gerne, da wir ja, wie wir im letzten Podcast darüber gesprochen haben, so gerne die Verantwortung nach Aussen abgeben.

Doch vielleicht erkennst Du auch, dass es eventuell doch stimmen könnte, dass Dein Leben etwas mit Dir zu tun hat.

Es heisst also, egal wo du hin schaust, du siehst nur dich. Und es heisst, dass das Gegenüber auf das reagiert, was auf deiner Stirn geschrieben steht. Dabei sind vielleicht Hunde die besten Beispiele, die Dich anbellen wenn Du Angst hast. Beobachte doch einmal Dein Umfeld, Deinen Alltag, Dein Aussen. Was zeigt sich da? Und Was könnte das mit mir zu tun haben?


"Arschengel"

Vielleicht hast Du schon einmal von Robert Betz gehört, er hat das Wort «Arschengel» gewählt, um genau dieses Phänomen zu beschreiben. Werden wir beispielsweise von einem Arbeitskollegen kritisiert, können wir auf zwei Arten reagieren. Entweder ich kann die Worte einfach so annehmen, sie abwägen und merken, dass sie nicht mit meiner Überzeugung übereinstimmen. Oder aber die Worte lösen bei mir negative Gefühle aus, wie zum Beispiel Wut, Hilflosigkeit oder sogar Hass. Oft verurteilt unser Verstand dann das Gegenüber. Wir geben dem Gegenüber die Schuld an unseren Gefühlen und sind in einer abwertenden Haltung. Doch aus irgend einem Grund lösen diese Worte Gefühle in mir aus.

Vielleicht hast du ja auch Beides schon einmal erlebt?

Robert Betz sagt also, dass die andere Person, also mein Spiegel, mein Arschengel ist, der mir negative Eigenschaften an mir selbst aufzeigt. Aber nicht jedes Spiegelbild ist böse und zeigt sich als Arschengel - auch die schönen und guten Eigenschaften spiegeln uns wieder. Diese Eigenschaften finden jedoch wenig Beachtung, da sie uns nicht stören und wir sie als selbstverständlich betrachten. Genau genommen aber, können wir andere nur bewundern, wenn wir selbst dieses Wunder in uns tragen. Da mir jedoch meist nur Negatives wirklich auffällt, werden mir diese auch auf sehr arschmäßige Weise aufgezeigt. In Wirklichkeit handelt es sich bei meinem Arschengel jedoch lediglich um einen Menschen, der mir hilft, mich durch ihn zu erkennen. Genauer gesagt ist er mein Entwicklungshelfer, der mir durch seine Präsenz zeigt, wie ich mich weiterentwickeln kann.

Das Spiegelgesetz kann mir also helfen,

  • jede Situation in meinem Leben als Spiegel meiner Selbst zu erkennen

  • mein Denken als Ursache dafür zu akzeptieren

  • mich als die (den) Verantwortliche(n) zu erkennen

  • in vier Schritten meinen lieblosen Glaubenssatz zu entdecken

  • und mich davon zu befreien

So kann ich die Liebesbotschaft dahinter sehen und ein fröhlicher und glücklicher Mensch sein.


4 Arten des Spiegels

Es gibt als 4 Arten wie der Spiegel funktionieren kann:

1. Alles, was mich am Anderen stört, aufregt, ärgert und wütend macht, trage ich unterbewusst selbst in mir. Alles, was ich am Anderen kritisiere oder gar bekämpfe und verändern will, unterdrücke ich in Wahrheit in mir und wäre selbst gerne anders. Heißt: Dieses Thema bzw. diese Eigenschaft lebe ich selbst zu wenig oder zu viel. Deshalb berührt es mich so emotional.


2. Alles, was der Andere an mir kritisiert, bekämpft und verändern will und ich mich dadurch verletzt, beleidigt oder gekränkt fühle, hat mit mir zu tun. Denn alles was mich trifft, betrifft mich auch. Heißt: Mit diesem Thema bzw. dieser Eigenschaft bin ich selbst nicht im Reinen mit mir. In meinem tiefsten Inneren verurteile und kritisiere ich mich selbst dafür. Der Andere drückt nur einen Knopf bei mir, den ich selbst erschaffen habe. Die Gefühle dazu in mir, sind noch nicht erlöst.


3. Alles, was der Andere an mir kritisiert, mir vorwirft oder verändern will, das mich aber nicht berührt oder verletzt, ist sein eigenes Bild, sein eigener Charakter, seine eigene Unzulänglichkeit, die er auf mich zu projizieren versucht. Ich diene damit nur dem anderen als Spiegel. Heißt: Ich bin im Reinen mit mir.


4. Alles, was mir am Anderen gefällt, was ich an ihm liebe, habe ich selbst bereits in mir. Ich erkenne mich selbst im Anderen. Heißt: Wir sind in diesem Punkt eins. Du bist so wie ich.


Beispiele aus meinem Leben

Oh, dazu könnte ich dir 1000 Beispiele geben, die ich bei mir erlebt habe, ich reduziere mich aber auf ein paar wenige.


In meinem Cateringbetrieb hatte ich eine Kundin, mit welcher ich nicht so gut zurecht kam. Sie arbeitete für eine Privatbank, war fein säuberlich gekleidet und sie wollten als Firma einen Event mit uns durchführen. Aus irgendeinem Grund waren wir Beide aber nicht auf derselben Wellenlänge und ich fühlte mich immer herablassend von ihr behandelt. Sie war aber sehr wertvoll für uns als Firma und wir waren angewiesen auf den Auftrag. Bei der Besichtigung der Eventlocation kam mein stellvertretender Eventleiter mit und da sah ich sofort, dass die beiden sich viel besser verstanden. Ich wurde wütend, fühlte mich ungerecht behandelt und verstand nicht was da genau passierte, ärgerte mich sogar noch etwas über meinen Mitarbeiter. Mit ihm redete sie nämlich ganz und gar nicht herablassend, im Gegenteil. Mit etwas Distanz und Zeit konnte ich dann diese Situation reflektieren, denn offenbar, löste sie ja etwas in mir aus. So erkannte ich, dass ich selber die Kundin auf ein Podest gestellt habe, weil sie auf einer Privatbank arbeitet und ich „nur“ im Catering. Das waren alte Muster die ich mitgetragen habe, dass Bänker / Polizisten / Lehrer / also Autoritätspersonen generell etwas Besseres sind als wir, die (früher genannte) „Arbeiterklasse“. Und aus meinem Augen (mit dem alten Muster) war sie somit etwas Besseres als ich. So konnte die Kommunikation gar nicht mehr auf Augenhöhe stattfinden, automatisch „musste“ sie mich herablassend behandeln. Mit dieser Erkenntnis gelang es mir, der Kundin ganz anders zu begegnen und ein Gespräch auf Augenhöhe zu ermöglichen.

Wenn du merkst, dass du in einer Spiegelsituation gefangen bist, dann macht es Sinn, dass du dir ein paar Minuten Zeit nimmst, aus der Situation aussteigst um herauszufinden, was deine Gefühle und dein Handeln wirklich verursacht hat. Es ist nämlich nicht die Kundin die der Grund ist für meine Gefühle, sie ist bloss der Auslöser. Der Grund für meine Gefühle, liegt in meinem Innersten. Das Spannende ist dann eben auch zu sehen, woher kommen denn diese Themen? Meistens entstehen diese Themen aus Glaubenssätzen, die wir auf unserem Wege mitnehmen. Darauf gehen wir ein einem anderen Blog näher ein.


Verantwortung übernehmen

Ja hier können wir direkt anknüpfen an den letzten Podcast, wo es darum ging, Verantwortung zu übernehmen für mich, mein Verhalten, meine Gefühle. Denn das ist definitiv der zweite Schritt, nachdem ich herausgefunden habe, dass ich gespiegelt wurde: Ich übernehme Verantwortung dafür, ich verändere es.

Was hat diese Situation mit mir zu tun?

Was will mir das Gegenüber sagen?

Was kann ich daraus lernen?

Wenn du dann den wahren Grund erkannt hast, woran es gelegen hat, dass du dich so verhalten hast, dann versuche doch so liebevoll und aufmerksam wie möglich zu sein und festzustellen, was denn genau die Situation dahinter ist. Wenn du in diesem Moment mit Vorwurf, Hass oder Wut auf dich selber zugehst, dann bringt das Niemandem etwas.


Zum Schluss...

Also zusammengefasst hast du das Gesetz der Resonanz kennen gelernt, und damit den Fakt, dass das Aussen oftmals deine innere Haltung spiegelt. und vielleicht kannst du zukünftig mit einem offenen Geist an die Situation herangehen und dich jedes Mal fragen, warum reagiere ich gerade so? Zeigt mir jemand den Spiegel? Um dann liebevoll herauszufinden woher die Gefühle wirklich kommen.

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