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  • Karin

#06 Wie geht Beziehung?

Aktualisiert: 7. Feb. 2021




Stellst Du Dir auch manchmal diese Frage? Weisst Du wie Beziehung richtig geht? Gibt es überhaupt Richtig und Falsch? Und wenn ja, wer entscheidet was richtig und falsch ist?


Ich glaube, dass es weder Richtig noch Falsch gibt, ich glaube, dass jedes Paar seinen Weg finden muss, seine Art und Weise mit Herausforderungen umzugehen.


Für mich war es immer besonders inspirierend zu hören, was es denn braucht, damit eine Beziehung funktioniert. So habe ich 4 Paare interviewt und gefragt, was denn ihr Geheimnis ist, warum ihre Beziehung funktioniert:


Andrea & Sandro

Sie sind sich beide bewusst, dass jeder für sich verantwortlich ist für seine «Muster». Das heisst, sobald sich einer nervt, weiss derjenige, dass er bei sich schauen muss, wo er getriggert wird und dies dann bei sich anschaut und verändert.

Dann ist die gemeinsame Vision der Zukunft hilfreich.

Und das gegenseitige Freiraum lassen, damit die individuellen Bedürfnisse nicht zu kurz kommen.

Leben und leben lassen.


Corinne & Patrick

Erwähnen die gemeinsame Verbundenheit, das absolute Vertrauen, die gemeinsame Liebe und den gemeinsamen Weg.

Gemeinsam reflektieren und das Wissen, dass sie aus demselben Holz geschnitzt sind


Doris & René

Freiheit, Vertrauen, aufs Maul sitzen können, Liebe, Nachgeben, Nicht festfahren


Trudi & Othmi

Sorge tragen, eine gute Work-Life-Balance, gemeinsame Auszeiten, Verzeihen und nicht nachtragend sein

Ein gemeinsames Hobby, gemeinsame Spaziergänge, Freiraum gönnen, reine Männer- und Frauenrunden


Auf dieselbe Frage erhalte ich 4 verschiedene Antworten. Es gibt also nicht 1 Geheimrezept, was es braucht, da wir alle so derart unterschiedlich sind.


Daniel & Karin

Ich habe Daniel gefragt, was er denn dazu meint, was es brauche um eine Liebesbeziehung zu führen. Daniel meinte, das Wichtigste sei der Wille jedes einzelnen, dass es funktionieren soll. Den Mut, das Nötige umzusetzen und absolute Ehrlichkeit, auch wenn es weh tut. Wenn man zusammen arbeitet, meint Dani braucht es noch eine Extra Prise Verständnis, das Abgleichen der Werte und gegenseitigen Respekt.

Und meine persönliche Antwort?

Ich glaube wenn zwei Menschen sich lieben und beide an derselben Zukunft interessiert sind, ist der Grundbaustein gelegt. Darauf aufbauend finde ich das absolute A und O die Kommunikation. Den Willen zu haben, vor allem in den ersten Jahren, dem Partner zu erklären warum ich soeben so reagiert habe, erklären was in mir vorgeht wenn er dies oder Jenes sagt, erläutern was welches Thema und warum in mir auslöst. Also interessiert zu sein am Partner, an den Themen und Erfahrungen die er mitbringt in seinem Rucksack, die seinen Weg geprägt haben.

Ich habe dies von Anfang an gemacht, ich habe Daniel komplett in meine Gedankenwelt integriert. Wann immer wir Herausforderungen, Streit oder Diskussionen hatten, habe ich ihn abgeholt in meine Welt. Ich habe ihm also erzählt was in mir vorgeht, habe ihm erklärt warum ich so reagiert habe. Welche Erfahrungen meinen Weg geprägt haben. So hatte er die Möglichkeit, mich wirklich kennen zu lernen und vor allem beim nächsten Mal bereits zu wissen, warum ich so oder so reagiere.


Meier's Herausforderungen

So teil wir gerne ein paar von unseren Herausforderungen mit Euch:

  • Verzeihen & Klären Schon relativ früh verstanden wir, dass unsere Verzeih- und Klärkonzepte total verschieden sind. Während ich gerne sofort klären wollte, hätte Dani lieber etwas Distanz, Zeit, und Ruhe gehabt. Diese zwei Konzepte haben auf jeden Fall nicht wirklich gut zusammen funktioniert. Wir mussten also die eigenen Muster anschauen und erkennen, warum wir überhaupt so streiten wie wir streiten. Und glaubt mir, hier gibt es die verschiedensten Möglichkeiten. Ich bin zum Beispiel der harmoniebedürftige Typ, der sofort wieder aufräumen und klären will, möglichst bald wieder Eins sein miteinander. Während Dani direkt nach dem Streit vor der Versöhnung und Klärung gerne Zeit für sich hat. Er möchte gerne alleine sein, sich Gedanken machen, reflektieren und dann, wenn er sich beruhigt hat, lösungsorientiert klären und versöhnen. Dies hat manchmal etwas länger gedauert und war für mich sehr anspruchsvoll, das Warten. So durften wir gemeinsam entscheiden, welche Streitkultur wir denn eigentlich möchten. Wir haben uns in der Mitte getroffen, ich lasse Dani die Zeit die er braucht, und er gibt sich Mühe, dass diese so kurz wie möglich ist. Dies braucht anfangs etwas Geduld und auch gegenseitiges darauf aufmerksam machen, aber ich sage Euch, es lohnt sich.

  • Nicht mehr 24/7 zusammen sein Fast seit wir zusammen sind, arbeiten und leben wir zusammen. Eigentlich kennen wir kaum etwas anderes. Dies hat für uns immer sehr gut funktioniert, und funktioniert nun schon 10 Jahre so. Die Herausforderung für uns viel mehr, wenn wir nicht zusammen waren. Während ein paar Monaten im dritten Jahr unserer Beziehung arbeiteten wir nämlich in verschiedenen Betrieben. Eine total neue Erfahrung für uns. Wir hatten einen gemeinsamen Vertrag für den Dezember in Malta unterschrieben, mussten aber den Sommer überbrücken. Wir beschlossen, dass beide selber einen Job suchen für die 4 Monate, damit wir noch etwas Geld verdienen konnten. Während diesen 4 Monaten mussten wir neu lernen zu kommunizieren, Erfolge und Negatives miteinander zu teilen. Und das per Telefon. Wir beide telefonieren gar nicht gerne, was nicht gerade förderlich war. Es entstanden unheimlich viele Missverständnisse, Auseinandersetzungen und Streitereien. Wir haben uns relativ wenig gesehen, da ich viel arbeitete und mit dem Arbeitgeber in der Schweiz tourte. Der Start des neuen Jobs im Dezember waren unsere Rettung. Endlich waren wir wieder vereint, sahen uns wieder live und konnten einfach miteinander reden, statt telefonieren.

  • Probleme lösen Anfangs war auch das Thema "Problembewältigungsstrategie" relativ gross. Ich wollte meine Themen immer gerne diskutieren und bereden, da ich während dem Gespräch immer Antworten auf meine Fragen fand. Dies war mein Weg, mit Herausforderungen umzugehen, respektive sie zu lösen. Während Dani eher der Typ Mensch ist, der gerne Alleine und im Stillen nach Antworten sucht. So dachte ich anfangs immer, er will seine Themen nicht mit mir teilen. Ich interpretierte sehr viel und nahm einfach an, dass dies so ist. Doch auch darüber mussten wir einfach reden und einander erklären, wie der Andere warum tickt.

  • Eigene Muster und Gewohnheiten (Blog #4) Ich selber habe einige Muster von zu Hause mitgebracht, die ich unbewusst täglich weiter gelebt und nie hinterfragt habe. Erst nach und nach durfte ich diese entdecken und darüber reden. Nach der Entscheidung, diese nicht mehr weitertragen zu wollen, waren wir frei sie neu zu definieren, und zwar so wie wir sie leben wollten.

  • Gemeinsame Geschäftsführung Seit nun 5 Jahren sind wir zusammen Geschäftsführer vom zweiten Betreib. Das war anfangs noch etwas anspruchsvoller, als einfach 24 Stunden zusammen zu sein. Wir mussten unsere Kommunikation anpassen, klare Regeln vereinbaren und die Bedürfnisse des Anderen kennen lernen und respektieren. Wir mussten jeden Abend über den vergangenen Tag sprechen, klären und aufräumen, was es zu regeln gab. Jeder musste gewillt sein, auf den Anderen einzugehen und die Regeln des Anderen im Alltag anzuwenden. Ob Stress oder nicht.

Und so weiter... Dies sind natürlich nur ein paar wenige Themen, die wir bewältigen durften. Ich glaube aber, solche Themen kennen wir Alle.


Ja wie geht also Beziehung? Es gibt kein universelles Rezept, das für Alle funktioniert. Ich hoffe, wir haben Euch inspirieren können, Euren eigenen Weg zu finden und Euer eigenes Rezept zu schreiben.

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